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Date: Fri, 10 May 2013 17:01:10 +0200 (CEST)
Subject: Tagesspiegel-Newsletter: Empfehlung der Redaktion

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Verlorene Dichter

Liebe Leserinnen und Leser

 

„Wie Lenin im Prater, eine Chrysantheme im Bergwerk oder eine Wurst im Treibhaus“ – so fühlte sich Bertolt Brecht nach eigener Aussage im amerikanischen Exil. Was die Flucht  vor dem Nazi-Regime speziell für Schriftstellerinnen und Schriftsteller bedeutete, die mehr noch als andere in der Fremde unter dem Verlust ihrer Sprache litten, daran zu denken ist heute, genau 80 Jahre, nachdem auf dem damaligen Universitätsplatz in Berlins Mitte Bücher brannten, einer von vielen richtigen Zeitpunkten.

 Für unsere Samstagsbeilage „Mehr Berlin“ haben wir aus Anlass dieses Jahrestags die Wege von 20 Schriftstellern, die vor 1933 in Berlin lebten, auf einer großen Karte nachgezeichnet und in begleitenden Texten den Widrigkeiten und ihrer Gefühlswelt während ihrer Odysseen nachgespürt: wie sie über die nahe liegenden Ziele wie Wien, Prag oder Paris in immer weitere Fernen führten, an der kalifornischen Küste, in Mexiko-Stadt oder in Palästina heimisch wurden, oder eben nicht. Brecht, Bloch, Benjamin, Döblin, Feuchtwanger – allein die ersten vier Namen unserer Liste zeigen dabei, dass „verlorene Dichter“ sich dabei keinesfalls nur auf deren eigenes Verlorensein in der Fremde bezieht, sondern auch und vor allem auf den Verlust, den ihre Flucht für Berlin als kulturelles Zentrum bedeutete. 

 Weitere Themen auf unseren „Vier Seiten Kunst, Politik und Stadtgefühl“: Im Kommentar wendet sich Gerd Nowakowski gegen die „Diktatur der Egoisten“ und fordert neue Bestimmungen, die es einzelnen Genervten künftig schwieriger machen sollen, Konzerte und Kinderspielplätze unter Lärmschutzauflagen zu stellen. Unser Redaktionspraktikant Cedric zu Guttenberg gibt einmal mehr Einblick in sein verworfenes Seelenleben, Tiemo Rink berichtet von einem versehentlichen Puff-Besuch, die Künstlerin Petra Trenkel hat Stadtansichten bis zur Kenntlichkeit reduziert – und wir leiten aus der Causa Hoeneß ab, warum Berliner Kampfhunde zukünftig immer straffrei bleiben sollten. Das alles und noch viel mehr morgen in Ihrem Tagesspiegel.

 

Jetzt aber erstmal: Ein schönes Wochenende mit noch viel mehr Berlin,

 

Johannes Schneider

Redaktion Mehr Berlin

Berlin, 10. Mai 2013
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